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Museum Kloster Zeven

Geschichte

Zur Zeit des Kaisers Otto I., wahrscheinlich im Jahr 961 stiftete ein Graf Hed in Heeslingen das erste Frauenkonvent nördlich von Weser und Aller. Dieses wurde -wie es in einer Urkunde heißt- 1141 „zur Erhaltung der Disziplin“ nach Zeven verlegt und von nun an der Benediktinerregel unterworfen. Hier lebten durchschnittlich ca. 20 Nonnen, in Blütezeiten bis zu 50. Das Kloster war dem heiligen Vitus geweiht und erhielt im Jahre 1231 Reliquien seines Patrons von dem Kloster Corvey. Zur Klosteranlage gehörten Wirtschaftsgebäude, ein Vorwerk, Brauhaus, Torhaus, Krankenhaus, Pfarrhaus sowie Gärten und Fischteiche. Die Besitzungen reichten von den Bremer Marschen bis in die erste Meile des alten Landes.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster und seine Besitztümer der schwedischen Krone zugesprochen. Die schwedische Königin Christine vergab es als Lehen an ihren verdienten Generalleutnant Graf Douglas, der auch das heutige "Königin-Christinen-Haus" erbaute. Das Kloster wurde aufgehoben, mit den letzten neun Nonnen wurde ein Abfindungsvertrag auf Lebenszeit geschlossen. Die letzte Zevener Nonne starb im Jahr 1694. Das Gebäude  diente von nun an der Amtsverwaltung. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren nur noch Kirche und der heutige Gebäudeteil vorhanden. Letzteres diente nun als Amtsgericht. Später wurde es von der Kreisverwaltung als Schule, Volkshochschule und Bibliothek sowie für Wohnzwecke genutzt. Nach grundlegendem Umbau und Restaurierung wurde 1988 das Museum Kloster Zeven eröffnet.

Museum

Dicke Mauern aus Findlingen und Backstein, Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert und ein romanischer Gewölbekeller erzählen aus der Zeit, als Zeven zu den reichsten Klöstern im Erzbistum Bremen zählte.

Es lohnt sich, dieses letzte noch erhaltene Gebäude der mittelalterlichen Klosteranlage neben der romanischen, ehemaligen Klosterkirche St. Viti, zu besuchen.

Vorgeschichte
Ein Übersichtspanorama zeigt die Entwicklung der hiesigen Landschaft nach der letzten Eiszeit. In den Vitrinen sind Funde aus dem hiesigen Umkreis und Modelle der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit sowie Bronze- und beginnenden Eisenzeit ausgestellt. Von Schulklassen wird das Mitmach-Angebot mit Steinbohren und Getreidemahlen gern angenommen.

Gewölbekeller
Eine Besonderheit im norddeutschen Raum ist der historische Keller. Das romanische Kreuzgratgewölbe aus Findlingen und rheinischem Tuffstein entstand im 12. Jahrhundert. Ursprünglich wurden hier Vorräte aufbewahrt, in späteren Zeiten nutzte man den Raum als Gefängnis. In den Vitrinen sind mittelalterliche und neuzeitliche Scherben und Knochen ausgestellt, die man bei Grabungen und Renovierungsarbeiten gefunden hat.

Durch die Jahrhunderte
Die Skulptur „Drei singende Nonnen“ (Klaus Luckey, 1988) im Eingangsbereich erinnert an die Bestimmung des Gebäudes als Nonnenkloster. Ein Modell der Klosteranlage und Abbildungen alter Urkunden zeigen einige wichtige Stationen der Klostergeschichte. Eine Vitrine beschäftigt sich mit der Schwedenzeit, in der das Kloster aufgelöst wurde (um 1650). Aus dieser Zeit stammen auch die wiederentdeckten und restaurierten Renaissance-Wandmalereien. Eine weitere Vitrine beschäftigt sich mit dem 7-jährigen Krieg und dem als „Zevener Konvention“ bekannt gewordenen Vertrag beider Kriegsparteien.

C.F. Gauß
Das 19. Jahrhundert brachte einen berühmten Mathematiker und Astronomen nach Zeven.
Carl Friedrich Gauß  führte die Landesvermessung des Königreichs Hannover durch und konnte den St. Viti-Kirchturm als wichtigen Triangulationspunkt nutzen.
Im „Haus des Handwerks“ finden Sie das Gaußzimmer.

Münzschatz
Der Heeslinger Münzschatz wurde 1986 bei Bauarbeiten im Fußboden der Heeslinger Kirche entdeckt. Er umfasst 585 Silbermünzen aus 59 verschiedenen Münzstätten, die im Zeitraum zwischen 1433 und 1570 geprägt wurden. Wer diesen Schatz versteckt hat und aus welchem Grunde, ist unbekannt. Die schönsten und wichtigsten Münzen sind hier ausgestellt.

Zevener Porzellan
Eine echte Rarität und Besonderheit im gesamten norddeutschen Raum ist das formschöne art déco-Porzellan aus den 20er Jahren. Die Zevener Porzellanmanufaktur hat nur 5 Jahre produziert, 1927 brannte das Hauptgebäude mit den Brennöfen ab.

Alte Apotheke
Die ausgestellten Gefäße und Geräte stammen aus der ältesten Apotheke Zevens in der Lindenstraße, die 1782 gegründet wurde. Der Apotheker Drewes, der das Geschäft seit 1825 betrieb, legte eine umfangreiche Pflanzen- und Drogensammlung an. Teile davon sind hier zu sehen.

Hans Müller-Brauel
Das Obergeschoss des Museums ist im Großen und Ganzen dem Gedächtnis Hans Müller-Brauels (1867 - 1940) gewidmet. Der Zevener Heimatforscher, Vorgeschichtler, Schriftsteller, Tischler und Fotograf gründete das erste „Zevener Heimatmuseum“. Viele Gegenstände im Museum stammen direkt aus seinem Nachlass. Ölgemälde und kunstgewerbliche Raritäten aus der Zeit des Jugendstils, Möbel und Bücher belegen die Verbindung Müller-Brauels zu den Worpsweder Künstlern um 1900.

Trachten
Die seltenen Originaltrachten, Trachtenschmuck, Hauben und Aufbewahrungsschachteln aus Zevens Umgebung entstammen dem Ende des 19. Jahrhunderts. So auch die Brauttracht mit Brautkrone aus Sittensen, die ursprünglich vom Pastor gegen Entgelt entliehen wurde.

Schöffensaal
Dieser Raum stand wahrscheinlich ursprünglich dem Bremer Erzbischof und Klosterherrn zur Verfügung, später tagte dort die Gerichtsbarkeit. Heute werden hier Geschichtsvorträge gehalten, und Sonderausstellungen gezeigt oder museumspädagogische Aktionen wie das beliebte Skriptorium durchgeführt.

Bild 1, 2, 3, 4, 6, 8 © Christian Eckhoff, Mediacheck
Bild 5, 7 © Samtgemeinde Zeven / Foto: Rüdiger Lubricht

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