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Gaussbrunnen, Fluchtstäbe und Feldbuchrahmen (2001) von Hawoli

Die dritte und kürzeste Zeitachse beginnt „Am Markt“ vor dem Rathaus mit einem dreiteiligen Skulpturen-Ensemble von HAWOLI, ein überregional anerkannter Bildhauer aus Neuenkirchen.

Es handelt sich hierbei um eine Hommage an den Mathematiker und Astronomen Carl-Friedrich Gauß, der 1824 und 1825 während seiner Hannoverschen Landesvermessung in Zeven weilte.

Zentral steht inmitten des Platzes der Gaußbrunnen aus blauen Steinblöcken (Brasilianischer Azul) und Edelstahl. Er ist formal Gauß’ wichtigstem Messgerät, dem von ihm selbst entwickelten Heliotropen, nachempfunden. Ein halbkreisförmiger Bogen und zwei einen Winkel bildende Geraden sind Elemente des Heliotropen, die für das Ausrichten und Winkelmessen notwendig waren, aber auch Zeiger und Zeit assoziieren können.

In kleiner Entfernung Richtung Rathaus stehen weitere Utensilien der Landesvermessung, vier überdimensionale „Fluchtstäbe“ mit einen großen Granit-Findling als steingewordenem Fundament.

Von hier aus kann man in der Poststraße das historische Fachwerkgebäude „Die alte Post“ erblicken, wo Gauß damals Unterkunft fand.

Ein drittes Objekt „Feldbuchrahmen“ steht auf der anderen Straßenseite. Im Feldbuch wurden die Messpunkte und Strecken eingetragen, die zusammen das Triangulationsnetz ergaben. Das „Feldbuch“ hier besteht aus fünf schwedischen Granitplatten mit polierter Oberfläche, gehalten durch einen Rahmen aus Edelstahl. Auf den einzelnen Platten sind die einzelnen Abschnitte der vermessenen Strecken eingraviert, obenauf das Triangulationsnetz mit dem Dreiecksmesspunkt Zeven. Der schwarze Stein soll im Gegensatz zum weißen Papier auf die verflossene Zeit hindeuten.

Der durch den Verkehr geteilte Platz bekommt durch die Arbeiten wieder einen inhaltlichen und optischen Zusammenhang. Dieses Skulpturen-Ensemble wurde durch die Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde gefördert.
Bilder © Christian Eckhoff, Mediacheck

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  • Lange Straße