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Ratskeller in Rheinsberg

Eine Sehenswürdigkeit mit Geschichte und königlicher Verbindung
Der Ratskeller in Rheinsberg gehört zu den geschichtsträchtigsten Gebäuden der Stadt und gilt heute als eine bedeutende Sehenswürdigkeit für Einheimische und Besucher. Seine Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück: Nach 1740 wurde das zweigeschossige Eckhaus errichtet, das schon bald zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Rheinsbergs werden sollte.

Im Jahr 1744 erhielt der königliche Kämmerer Michael Gabriel Fredersdorf das Gebäude als Geschenk des Königs Friedrichs II. – inklusive des Privilegs zum Fremdausschank und zur Akzisefreiheit. Damit wurde der Grundstein für den späteren „Ratskeller“ gelegt.

Vom königlichen Keller zum beliebten Treffpunkt

Über die Jahrhunderte erlebte der Ratskeller zahlreiche Umgestaltungen und Besitzerwechsel. 1792 beherbergte er das Zolldepartement, eine Ratsstube und die Ratswaage, ehe er 1804 von Prinz Ferdinand der Stadt Rheinsberg geschenkt wurde. Später, 1832, ging das Haus in private Hände über, blieb aber teilweise als Rathaus genutzt.

Seine Blütezeit als Gaststätte begann 1886, als Franz Otto das Gebäude in das Hotel „Zum Ratskeller“ verwandelte. Der Name blieb, und der Ort wurde bald zum beliebten Treffpunkt für Künstler, Reisende und Literaten. Zu den berühmten Gästen zählten Theodor Fontane (1859), Adolph Menzel (1860) und Kurt Tucholsky (1911) – allesamt Persönlichkeiten, die Rheinsberg literarisch und kulturell prägten.

Der Neubau – eine moderne Sehenswürdigkeit mit Tradition

Nach wechselvoller Nutzung in der Nachkriegszeit – unter anderem als HO-Gaststätte, Kaufhaus und Möbellager – musste das historische Gebäude 1969 wegen Einsturzgefahr geschlossen und schließlich 1982 abgerissen werden.

Doch die Geschichte des Ratskellers endete hier nicht: Im Zuge eines modernen Plattenbaukomplexes wurde eine historisierende Fassade integriert, um den traditionellen Charakter zu bewahren.

Mit der Grundsteinlegung 1984 und der Neueröffnung 1987 feierte der Ratskeller Rheinsberg seine Wiedergeburt – als Restaurant, das an seine bewegte Vergangenheit erinnert und zugleich ein Stück Stadtidentität bewahrt.

Eine Sehenswürdigkeit für Genießer und Geschichtsfreunde

Heute gilt der Ratskeller als Sehenswürdigkeit, die Geschichte und Gastronomie auf charmante Weise verbindet. Er erzählt von königlicher Großzügigkeit, künstlerischer Inspiration und städtischer Tradition.

Besucher erleben hier nicht nur Rheinsberger Gastlichkeit, sondern auch ein Stück lebendiger Stadtgeschichte – mitten im Herzen der Stadt.

Der Ratskeller Rheinsberg ist damit weit mehr als ein Restaurant: Er ist ein Symbol für den Wandel der Zeiten – und eine Sehenswürdigkeit, die Vergangenheit und Gegenwart harmonisch vereint.
Ihr Team von StadtM

Bild © Hotel zum Ratskeller, Postkarte um 1910 (Qelle: SGR.e.V.)

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  • Markt 1