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Amts-, Stadt- und Obermühle

Die Amts-, Stadt- und Obermühle Rheinsberg ist eine bedeutende Sehenswürdigkeit, die auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblickt. Sie gehört zu den ältesten Mühlenstandorten im Ruppiner Land und erzählt eindrucksvoll vom Wandel des Mühlenhandwerks, der Technik und der Wirtschaft in Rheinsberg.

Eingebettet in die idyllische Landschaft am Grienericksee, ist die Mühle nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch ein Stück lebendige Stadtgeschichte.

Geschichte einer der ältesten Mühlen im Ruppiner Land

Erstmals wurde 1533 an diesem Ort eine Schneidemühle im herrschaftlichen Besitz erwähnt, womit die Mühle zu den ältesten bekannten Standorten ihrer Art in der Region zählt.

Über Jahrhunderte hinweg wurde der Betrieb in Erbpacht geführt, und seit 1733 sind insgesamt zwölf Müller nachweisbar, die hier ihr Handwerk ausübten. 1785 errichtete der damalige Obermühlenbesitzer Schröder rund zwei Kilometer entfernt die Untermühle, was den wirtschaftlichen Einfluss des Mühlenwesens in Rheinsberg verdeutlicht.

Nach einem verheerenden Brand wurde die Mühle zwischen 1848 und 1851 neu aufgebaut. Der zweieinhalbgeschossige Sichtziegelbau vereinte Wohn- und Arbeitsbereiche und beherbergte eine Schrotmühle mit zwei Mahlgängen. Bis etwa 1960 wurde sie mit Wasser aus dem Rhin, der vom Grienericksee gespeist wird, angetrieben, danach erfolgte der Betrieb motorisch.

Vom Müllerbetrieb zur modernen Sehenswürdigkeit

Der letzte Müller, Otto Thechen, führte den Betrieb bis 1945, bevor die Mühle nach der Enteignung in den Besitz des VEB Stadtmühle überging. In den Folgejahren wurde sie Teil der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) und später der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Mit dem Ende der DDR wurde der Betrieb um 1990 eingestellt, und das Gebäude ging in Privatbesitz über.

Heute steht die Mühle als Sehenswürdigkeit für den Wandel der Zeit – vom handwerklichen Betrieb über die Industrialisierung bis hin zur modernen Nutzung. Ihre architektonischen Details, der Sichtziegelbau und die idyllische Lage machen sie zu einem Anziehungspunkt für Besucher, die Rheinsbergs Geschichte entdecken möchten.
Ihr Team von StadtM

Bild © Mühlenmitarbeiter, Foto 1950er Jahre (Qelle: SGR.e.V.)

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  • Mühlenstr. 26